St. Anna in der Topliga europäischer Gesundheitsinstitute 10.10.2017

Als Wegbereiter eines der Europäischen Referenznetzwerke (ERN) wird das St. Anna als Expertisezentrum von europäischem Rang nominiert.

Die St. Anna Kinderkrebsforschung und das St. Anna Kinderspital werden als Impulsgeber eines der Europäischen Referenznetzwerke (ERN) in der pädiatrischen Onkologie mit dem offiziellen Logo als Expertisezentrum von europäischem Rang ausgezeichnet. Durch die Vernetzung medizinischer Kompetenzzentren in Europa erhöhen sich die Chancen von Kindern mit Krebs, eine adäquate Diagnose und beste Behandlung zu erhalten.

Europäische Referenznetzwerke (ERN)Europäische Referenznetzwerke stellen ein System von nach Fachgebieten spezialisierten Netzwerken aus Europas Topexperten bzw. Topgesundheitseinrichtungen dar. Diese dienen dazu, flächendeckend die bestmögliche Diagnosekapazität und Behandlung von Patienten mit seltenen Erkrankungen zu garantieren. Am 9. März 2017 wurden offiziell 24 Europäische Referenznetzwerke von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Die St. Anna Kinderkrebsforschung koordiniert, unter der Leitung von Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein, das ERN für kindliche Krebserkrankungen (Paediatric Cancer/ERN PaedCan), eines der zwei onkologischen ERN-Netzwerke. Damit wird im Gesundheitswesen eine Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienstleistern der gesamten EU institutionalisiert, die unmittelbar die Heilung der Patienten in den Fokus stellt.

Mit 20.000 Neudiagnosen und 6.000 Todesfällen europaweit pro Jahr ist Kinderkrebs nach wie vor die tödlichste Erkrankung bei Kindern ab einem Jahr. Besonders in Ländern mit geringer entwickelter medizinischer Versorgung bzw. Infrastruktur erhalten Betroffene oftmals keine passenden Diagnosen oder nur eine suboptimale Behandlung. Grund dafür sind die geringen Fallzahlen einiger Kinderkrebsarten und fehlendes Wissen, seltene oder komplexe Krankheitsbilder zu erkennen und zu behandeln.

Mit dem ERN PaedCan werden europaweit virtuelle pädiatrische Tumorboards, also multidisziplinäre Expertengremien aus Fachärzten, aufgebaut, um mithilfe modernster E-Health-Tools State-of-the-art-Expertise in ganz Europa zu vernetzen und zu verbreiten. Dank dieser neuen Möglichkeiten wird der multidisziplinäre Austausch von Expertise unterstützt und genauere Diagnosen sowie bestmögliche Behandlung werden ermöglicht. Außerdem bilden sich im ERN PaedCan auch nationale Netzwerke betroffener Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen, die mündigen Patienten als auch die Überlebenden („Survivors“) selbst ab (Childhood Cancer International-Europe). In enger Zusammenarbeit werden hier das Wissen und die Bedürfnisse Betroffener abgeholt, um durch die verstärkte Einbindung zu wesentlichen Weichenstellungen im Gesundheitswesen beizutragen, um letztlich verbesserte Behandlungsprozesse und Heilungsraten europaweit zu erreichen.

„In einigen Ländern Europas fehlen sowohl Know-how als auch der Zugriff zu passenden Experten bzw. Einrichtungen, um vor allem eher seltene oder besonders komplexe Formen von Kinderkrebs zeitgerecht zu diagnostizieren und darauffolgend richtig behandeln zu können“, so Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein, Fachärztin für Hämatologie und Onkologie im Kindes- und Jugendalter und Leiterin der Abteilung Studien & Statistik in der St. Anna Kinderkrebsforschung. „Mit dem ERN PaedCan gelingt es uns, in derlei Fällen den Zugang zu Europas Topexperten bzw. Topeinrichtungen bereitzustellen und zu einer besseren Behandlung der Patienten beizutragen.“

Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein fungiert als Netzwerkkoordinatorin dieser zukunftsweisenden grenzübergreifenden Gesundheitsvorsorge-Initiative, um das Zusammenspiel zwischen führenden Gesundheitsinstitutionen in Europa zu fördern. Die langjährige Erfahrung von Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein als Fachärztin für Hämatologie und Onkologie im Kindes- und Jugendalter und im Management von EU-geförderten Projekten war ausschlaggebend für die Ernennung zur Koordinatorin des Europäischen Referenznetzwerks für pädiatrische Onkologie.

„Das ERN PaedCan ist nicht nur ein wesentlicher Schritt in Richtung flächendeckender adäquater Behandlungsangeboten in Europa, sondern zudem auch beispielgebend für die hervorragende Zusammenarbeit von St. Anna Kinderkrebsforschung und St. Anna Kinderspital“, so Dr.in Magdalena Arrouas, Geschäftsführende Leiterin der Sektion III – Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen. „Hier wird ersichtlich, was mit funktionierender Kooperation von Klinik und Forschung zu erreichen ist.“

30 Jahre erfolgreich im Kampf gegen Kinderkrebs
Österreich ist europaweiter Spitzenreiter in der Behandlung von Kinderkrebs. Diese Rolle ist nicht zuletzt der zukunftsweisenden Forschung der St. Anna Kinderkrebsforschung zu verdanken, einem der weltweit führenden Forschungszentren im Bereich Kinderkrebs. Aktuell wird in Österreich eine Heilungsrate von 80 Prozent erreicht. Neben Leukämie erkranken Kinder am zweithäufigsten an Tumoren. Jedes Jahr erkranken österreichweit ca. 250 Kinder an Krebs.

„Länderübergreifende Zusammenarbeit und Kooperationen sind von zentraler Wichtigkeit für den Fortschritt der Forschung und für die Zukunft adäquater flächendeckender Behandlungsmöglichkeiten“, so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Holter, Ärztlicher Direktor des St. Anna Kinderspitals und Institutsleiter der St. Anna Kinderkrebsforschung. „Wir sind sehr stolz, einer der Koordinationspartner des ERN zu sein und damit vielen kleinen Krebspatienten eine adäquate Behandlungsmöglichkeit zukommen zu lassen.“

180 Jahre Kompetenz
Das St. Anna Kinderspital zählt zu den ältesten Kinderkrankenhäusern Europas. Das Spital im 9. Wiener Gemeindebezirk weist mittlerweile eine mehr als 40 Jahre bestehende hämatologisch-onkologische höchste Kompetenz in der Krankenversorgung auf. Diese jahrzehntelange klinische Erfahrung macht das St. Anna Kinderspital europaweit zu einem Key Player in der Behandlung von Kinderkrebs. „Der in Österreich einzigartige Zusammenschluss von Forschung und Spital ist für die hohen Heilungsraten von Krebs im Kindesalter entscheidend“, so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Holter, Ärztlicher Direktor des St. Anna Kinderspitals und Institutsleiter der St. Anna Kinderkrebsforschung.

Die ERN-Netzwerke in Zahlen:

  • Zurzeit bestehen 24 ERNs europaweit.
  • Gesamt arbeiten hier 300 Krankenhäuser
  • und 900 medizinische Einrichtungen zusammen
  • und werden bereits 2020 Tausenden Patienten geholfen haben.

 

St. Anna Kinderkrebsforschung
Aus einem kleinen Labor im Dachgeschoss des St. Anna Kinderspitals entwickelte sich in den vergangenen 29 Jahren ein Forschungsinstitut von Weltrang. Heute ist die St. Anna Kinderkrebsforschung eines der führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der pädiatrischen Onkologie. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die hohe Effizienz von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Anwendung der Ergebnisse in der klinischen Praxis ist die unmittelbare räumliche Nachbarschaft der St. Anna Kinderkrebsforschung und des St. Anna Kinderspitals. Jährlich erkranken in Österreich etwa 250 Kinder und Jugendliche an Krebs. Dank der interdisziplinären Forschungsarbeit auf internationaler Ebene können von den betroffenen Kindern bereits 70 – 80 % geheilt werden.
Für weitere Informationen: www.kinderkrebsforschung.at

http://www.kinderkrebsforschung.at

St. Anna Kinderspital
1837 in der ehemaligen Vorstadt Schottenfeld war das St. Anna das erste Kinderspital Österreichs und das dritte selbstständige Krankenhaus Europas, das sich ausschließlich um die Gesundheit von Kindern bemühte. Das St. Anna Kinderspital hat sich zu einer Einrichtung entwickelt, die modernste medizinische Versorgung anbietet. So hat sich das Zentrum für Kinder- und Jugendheilkunde neben seiner Leistung als allgemeines Kinderkrankenhaus in den letzten 40 Jahren auch österreichweit und international einen hervorragenden Ruf als Zentrum zur Behandlung kindlicher Blut- und Tumorkrankheiten (Krebserkrankungen) schaffen können. www.stanna.at

Bild:Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Holter, Dr.in Magdalena Arrouas, Univ.-Prof. Dr.in Ruth Ladenstein
Copyright: Gilbert Novy

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Holter, Dr.in Magdalena Arrouas, Univ.-Prof. Dr.in Ruth Ladenstein